„In meiner Arbeit ist immer Musik drin.“ Diakon Andreas de Vries hat in seiner beruflichen Laufbahn stets den christlichen Glauben mit und über Musik vermittelt. Seit dem 1. September ist der 57-Jährige Popkantor im Kirchenkreis Wesermünde. Zwischen Nordholz und Wulsbüttel möchte er seine langjährige Erfahrung einbringen – „als Initiator, nicht als Alleinunterhalter“.
Andreas de Vries, der im ostfriesischen Jemgum aufgewachsen ist, hat nach einer Ausbildung zum Kommunikationselektroniker eine zweite abgeschlossen: die zum Diakon. „Im Zivildienst hatte ich noch genügend Freizeit, um ehrenamtlich zwei Kindermusicals zu leiten. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mich entschlossen habe, Diakon zu werden.“ Nach dem Abschluss arbeitete er fast zehn Jahre in der Kirchengemeinde Bargstedt. Im Anschluss wechselte er für ein Jahr nach Schwäbisch Gmünd, wo er eine kirchliche Gemeinde-Musikschule leitete.
Genau so eine gründete der Vater dreier erwachsener Kinder dann 2008 selber und zwar in Verden. Eine Erfolgsgeschichte: „Con Takte“ wurde sehr gut angenommen. „Vor Corona hatten wir 360 Schüler*innen und 15 Lehrkräfte.“ Parallel war Andreas de Vries, dessen Instrument das Klavier ist, Diakon in Daverden und schwärmt von den Jugendgottesdiensten, die so gut besucht wurden, dass Erwachsene „Eintritts-Verbot“ hatten. Nach einer Stelle in einer Verdener Kirchengemeinde als Diakon mit Gemeindeleitungsauftrag widmet er sich jetzt als Popkantor ganz der Musik. „Der Kirchenkreis Wesermünde hat diese Stelle neu geschaffen. Wir freuen uns sehr, dass wir sie mit Andreas de Vries besetzen konnten“, sagt Wesermündes Superintendent Albrecht Preisler.
Noch ist Andreas de Vries dabei, den Kirchenkreis, seine sechs Regionen und die vielen Menschen, die sich hier engagieren, kennenzulernen. „Wo kann ich helfen? Wo können wir neue Formen ausprobieren? Wo kann ich etwas initiieren? Das sind die Fragen, die mich momentan umtreiben.“ Er ist sicher, dass es neben der klassischen Form auch Raum und Ressourcen für neue Formen braucht – „aber als Ergänzung, nicht als Ersatz“. Gerne möchte er die verschiedenen Generationen zusammenbringen, sei es in Projektchören, musikalischen Gottesdiensten, beim stimmungsvollen Weihnachtslieder-Singen oder bei etwas ganz anderem.