Von Gebäudebedarf bis Tarifsteigerung

Nachricht 30. Juni 2026

Kirchenkreissynode tagt in Beverstedt

Wie gehen wir mit unseren Sakralgebäuden in den kommenden Jahren um, wie werden Tarifsteigerungen finanziert – und was gibt es Neues in Wesermünde? Auf der Kirchenkreissynode in Beverstedt beschäftigten sich die Delegierten mit zukunftsweisenden Themen.

Fallende Mitgliederzahlen und damit auch sinkende Kirchensteuermittel sind ein Grund dafür, dass die Landeskirche Hannovers, zu der der Kirchenkreis Wesermünde gehört, nicht mehr die Tarifsteigerungen übernimmt. Konsequenz dieser Entscheidung: Wenn die Gehälter tarifbedingt steigen, müssen die Kirchengemeinden diese Mittel aus ihrem Haushalt übernehmen – eine nicht eingeplante finanzielle Belastung. Um dies abzufedern, trägt der Kirchenkreis diese Ausgaben rückwirkend ab dem 1. April 2026 erst einmal in der aktuellen Planungsperiode, also bis Ende 2028.

In der Synode, die das Parlament des Kirchenkreises bildet, entfachte noch einmal eine Diskussion, in der einige ihren Unmut gegenüber der Entscheidung der Landeskirche zum Ausdruck brachten.

Ein Überschuss an Gebäuden sowie zu wenig Mittel, um alle wie bisher in Stand zu halten: Auf der Synode stellte Jessica Schnibbe aus dem Ausschuss für Klimaschutz und Gebäudemanagement vor, wie die Sakralgebäude kategorisiert werden sollen. Grundlage dieser Einordnung war eine Bereisung aller 31 Gemeinden. Dabei, betonte sie, gehe es nicht darum, Gebäude zu schließen, sondern darum, dass nicht alle Gebäude Zuweisungen erhalten können. So gebe es drei Kategorien A, B und C, und nur Gebäude mit einem A erhielten Unterstützung wie bisher. Die Kategorisierung werde den Gemeinden zeitnah zur Verfügung gestellt. Bis zur Synode im Dezember haben sie Zeit, sich damit zu befassen. Dann soll die Kategorisierung beschlossen werden.

Außerdem, so erläuterte Jessica Schnibbe, fehlten einheitliche Kriterien, zum Beispiel dafür, was denn barrierefrei sei. Damit werde sich der Ausschuss beschäftigen.

Superintendent Albrecht Preisler berichtete im Anschluss, dass man für die seit längerem vakanten Pfarrstellen in den Regionen Nord und Nord-West intensiv nach Lösungen suche. Er zeigte sich zuversichtlich, dass diese bald gefunden seien.

Die neu installierte Position des Popkantors konnte erfreulicherweise besetzt werden. Andreas de Vries werde diese voraussichtlich ab September übernehmen.

Friedrike Einschenk, Mitglied in der Landessynode, berichtete über die letzte Tagung Ende Juni in Hannover und hob die einstimmige Verabschiedung des ersten Kirchengesetzes der Landeskirche Hannovers zur Prävention sexualisierter Gewalt (PrävG) hervor. Es tritt am 1. Juli in Kraft und ermächtigt das Landeskirchenamt dazu, konkrete Schritte zum Beispiel zur Prävention, zum Eingreifen und zur Aufarbeitung in Fällen sexualisierter Gewalt festzulegen. 

Am Ende der Kirchenkreissynode verabschiedete der Vorsitzende, Wilfried Geils, mit großem Dank und guten Wünschen für die Zukunft Pastorin Lara Schilde und Kirchenkreiskantor Timo Corleis. Lara Schilde wird Superintendentin in Osterholz-Scharmbeck, Timo Corleis wechselt in den Kirchenkreis Hittfeld.