Jakobus3

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Liebe Leser und Leserinnen!

In dieser Woche bin ich in Polen gewesen. Ich habe in Schlesien den Geburtsort meiner Mutter besucht. Zwanzig Jahre hat sie dort gelebt, bis sie dann 1945 alles verlassen musste. Den zweiten Weltkrieg hat sie mit all seinen Facetten erlebt, bis hin zu der Tatsache, dass Grenzen neu gezogen wurden und viele Jahre der Besuch der alten Heimat unmöglich war. Ich, als ihre Tochter, habe das große Glück, dass ich in Friedenszeiten aufgewachsen bin. Ein gemeinsames Europa mit offenen Grenzen ist für mich selbstverständlich. Ohne Schwierigkeiten kann ich heute reisen – auch in die ehemaligen Ostblockländer. Das geht nur, weil wir gelernt haben, friedlich zusammenzuleben.

Dieser Frieden ist ein großes Geschenk. Doch in letzter Zeit gibt es viele beunruhigende Entwicklungen, nicht nur bei uns, auch in Europa, ja in der ganzen Welt. Der Ruf nach Grenzen, nach Abschottung wird laut. Die Angst vor den Anderen wird geschürt. Man redet mehr über einander als miteinander. All das tut dem Frieden nicht gut, und es zeigt sich, dass wir uns für seinen Erhalt einsetzen müssen.

Auch deshalb ist die Jahreslosung für 2019 so aktuell: „Suche Frieden und jage ihm nach!“ Sie ist ein Aufruf an uns, den Frieden nicht aus den Augen zu verlieren, sondern immer wieder neu darüber nachzudenken, was wir tun können, tun müssen, damit er erhalten bleibt. Ein Aufruf, aufzustehen und Position zu beziehen für Demokratie und Menschenwürde. Denn ohne die ist wirklicher Friede nicht möglich. Was wäre die Alternative: Von meiner Mutter weiß ich, im Krieg gibt es nur Verlierer.

Ihre Christa Maschke,
Pastorin in Debstedt

 

 

 

Pastorin Christa Maschke
Pastorin Christa Maschke
Am Pfarrhaus 1
27607 Geestland [Debstedt]
Tel.: 04743 5225