Innehalten

Weder Aussehen noch Ansehen

Diese Tage habe ich mit meinen Konfirmand*innen ein Thema besprochen, das jede und jeden betrifft: Schönheit, Aussehen, Ansehen. Jeden Tag beschäftigen wir uns  damit: Wie gehe ich morgens aus dem Haus? Sehe ich gut aus für die Schule, für das Bewerbungsgespräch, für die Arbeit? Was muss ich an Zeit und Geld investieren, dass das so bleibt? Akzeptieren mich meine Freude nur, weil ich gut aussehe? Oder mögen sie auch mein Inneres? Wie viel Ansehen habe ich noch, wenn ich plötzlich ganz anders aussehe? Oder mich vielleicht sogar oute?

Wir haben einige spannende Diskussionen geführt. Jede*r konnte etwas aus seinem Alltag berichten, jede*r kannte aber auch eine berühmte Persönlichkeit, die extreme Wege gegangen ist, um gut auszusehen. Wir nehmen uns gegenseitig natürlich zuerst mit den Augen wahr, daher ist das Aussehen ein wichtiger Punkt. Genauso aber auch das Ansehen, und meistens geht beides Hand in Hand: Diejenigen, die in den Einkaufsstraßen betteln, tragen keine schönen Kleider, haben keine tollen Frisuren. Gucke ich sie trotzdem an? Diejenigen, die in der Schule durch ältere oder merkwürdige Kleidung auffallen oder auch durch ihr Gewicht (zu hoch, zu niedrig): Gehe ich trotzdem mit ihnen um?

Dabei haben wir gemerkt: Es ist unglaublich schwer, einen anderen Menschen nicht nach seinem Aussehen, seiner Schönheit, oder auch seinem Ansehen zu beurteilen. Dafür braucht jeder von uns immer wieder Hilfe. Und die bietet uns unser großartiger Gott.

Denn bei ihm gilt: Kein Ansehen der Person! Das macht er gleich an mehreren Stellen in der Bibel deutlich: Jakobus 2,1, Lukas 20,21 sowie Römer 2,11. Gott beurteilt uns nicht nach unserem Aussehen oder Ansehen. Er guckt in unser Inneres, schaut sich genau an, was uns bewegt, wonach wir handeln, was uns antreibt.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber das beunruhigt mich dann doch. Was verstecke ich da alles in meinem Inneren? All das Unschöne, Böse? Und das sieht Gott alles? Oh Mist...

Gleichzeitig, und das ist das wirklich Großartige an unserem Gott, streckt er uns immer wieder die Hand entgegen und sagt: Du musst nicht so leben. Lasst dich von meiner Liebe tragen, lass meine Vergebung dein Inneres heilen und reinigen. Wenn ich das wirklich von ihm für mich annehmen und glauben kann, dann ist das Aussehen oder Ansehen nicht mehr wichtig. Auch nicht bei anderen Menschen.

Ihr Michael Behrens,
Pastor der Dreinigkeitsgesamtkirchengemeinde,
Lunestedt

Pastor Michael Behrens
Kirchenstraße 1
27616 Beverstedt
Tel.: 04748/1213