Dieses Jahr bekam ich einen besonderen Adventskalender geschenkt: ein Buch zum Warten und Staunen. Ganz ohne Druck lud es dazu ein, täglich innezuhalten, Stille zu erleben und Gott in all dem zu entdecken, was einem auf dem Weg Richtung Weihnachtsfest begegnet.
Am Anfang stand die Frage: Worauf freue ich mich im Advent? Welche lang gehegte Sehnsucht soll Raum bekommen?
Ich habe Menschen in meinem Umfeld gefragt, worauf sie sich freuen und wonach sie sich sehnen. Leichtigkeit, sagten die einen. Momente von Ruhe und Besinnung. Andere bekamen strahlende Augen beim Gedanken an den Besuch der Kinder und Enkel. Wieder andere wurden still - Tränen traten in ihre Augen. Es waren oft diejenigen, die jemand Lieben vermissen und dies in dieser Zeit schmerzlich fühlen. Und immer wieder klang der Wunsch nach Frieden und Zufriedenheit durch.
Nun sind die Advents- und Weihnachtstage schon wieder vorbei. Haben sich diese Wünsche und Sehnsüchte erfüllt? Hat sich das Warten und Hoffen gelohnt? Für mich kann ich sagen: „Ja“. In aller Hektik, Unruhe und Unsicherheit dieser Wochen gab es viele Momente, in denen Frieden sichtbar wurde und Zufriedenheit eingekehrt ist; Augenblicke der Leichtigkeit, voller Freude und auch Trost. Mal in stillen Zeiten allein, mal inmitten vieler Menschen, bei einem Konzert oder im Weihnachtsgottesdienst. Es waren Momente, die die Botschaft vom Kind in der Krippe und den Engeln auf den Feldern bestätigen: "Fürchte dich nicht. Gott wird Mensch, ist ganz nah bei dir und bleibt es auch - mitten in deinem schlichten Alltag mit seinen Herausforderungen, Nöten, Ängsten und Hoffnungen."
Mich begleiten diese Erfahrungen über die Feiertage hinaus. Die Momente der Stille, des Friedens und der Freude sind keine flüchtigen Geschenke, sondern Anker, die auch in den kommenden Wochen Halt geben.
Ich wünsche Ihnen einen behüteten und friedvollen Ausklang des Jahres und dass die entdeckten Augenblicke von Gottes Nähe Sie ins neue Jahr begleiten mögen.
Arnhild Bösemann,
Pastorin in Loxstedt