Von Posaunen- bis Projektchor, von Gottesdienstbegleitung bis Orgelunterricht, von Gremienarbeit bis Mitarbeitervertretung: Timo Corleis hat als Kirchenkreiskantor in Wesermünde in zwölf Jahren viel bewegt – und dabei auch sich selbst im Auto: „Mit 30.000 Kilometern im Jahr komme ich nicht hin“, sagt der Harsefelder. Ab September wird sich das und noch mehr viel mehr ändern: Der 47-Jährige wechselt als Kreiskantor in den Kirchenkreis Hittfeld.
„Jetzt bin ich in einem Alter, wo man noch einmal gut etwas Neues beginnen kann“, begründet der verheiratete Familienvater seine Entscheidung. Das Profil der neuen Position passe gut – und auch seine Fahrzeit verringere sich sehr. „Ich werde vor allem in Tostedt im Einsatz sein“, sagt Timo Corleis. Eine Kantorei mit rund 60 Sängerinnen und Sängern, zwei Kinderchöre und ein Posaunenchor warten unter anderem auf ihn in der 6400 Mitglieder starken Gemeinde. „Anders als in Wesermünde, wo ich mein Büro ja in der Superintendentur in Bederkesa habe, bin ich demnächst im Gemeindehaus angesiedelt.“
Seit dem 1. August 2014 war Timo Corleis, der schon seit seinem 15. Lebensjahr als Organist im Einsatz ist, Kirchenkreiskantor in Wesermünde. Zuvor hatte er nach dem Studium drei Jahre als Kirchenmusiker in Selsingen gearbeitet. Die Arbeit mit der Kantorei, die Proben mit den Projektchören seit 2019, aber auch die Ausbildung von Orgelschüler*innen oder Lektor*innen im liturgischen Singen, das alles hat dem 47-Jährigen viel Freude bereitet. Seit 2015 ist er auch als Orgelrevisor im Einsatz, nachdem er die Ausbildung berufsbegleitend absolviert hatte. „Nur dass ,meine Orgel‘ in Bederkesa restauriert und erweitert wird, erlebe ich nun leider nicht mehr“, bedauert Corleis, der zu den Gründungsmitgliedern des Orgel- und Kulturverein Beers gehört.
Er hofft, dass seine Chöre auch in Zukunft weitersingen und -spielen. Die Stelle ist bereits ausgeschrieben und soll so schnell wie möglich besetzt werden. Zuvor haben alle Musizierenden jedoch ein Ziel: den Gottesdienst zur Verabschiedung von Timo Corleis am Sonntag, 23. August, 14 Uhr, in Bederkesa. „Das wird ein normaler Gottesdienst, aber mit vielen musikalischen Elementen.“ Bevor sich die „Hauptperson“ dann zum letzten Mal auf die Rückreise gen Harsefeld macht, gibt es die Gelegenheit, sich von ihm bei einem Empfang nach dem Gottesdienst persönlich zu verabschieden.