Loxstedter Friedhofskapelle nach Sanierung eingeweiht

Nachricht 19. August 2026

220.000 Euro machen aus Gebäude ein Schmuckstück

Die Sonnenstrahlen fallen schräg durch die neuen Fenster und tauchen die Kapelle in warmes Licht. Der Boden ist neu, die Decke auch, genauso wie die runden Lampen und die Lichtelemente an den Wänden. Aus dem maroden Gebäude auf dem Loxstedter Friedhof ist ein Schmuckkästchen geworden. Möglich gemacht haben das Fördermittel der Europäischen Union, ganz viel Unterstützung von Kommune und Kirchenvorstand – und ein 1979 verstorbener Bau-Ingenieur namens Meyer.

Der Endspurt war noch einmal sportlich, aber bei der Einweihung der sanierten Kapelle kann Torsten Nolting-Bösemann durchatmen. Das Konzept, aus der mit Efeu bewachsenen, ungedämmten düsteren Kapelle auf dem Friedhof an der Bahnhofstraße einen Raum für alle Loxstedter*innen zu machen, ist aufgegangen. „Ich freue mich riesig, dass wir heute gemeinsam diesen Ort aufschließen“, sagt der Pastor. Bislang sei die Kapelle vor allem ein Ort des Abschieds und der Trauer gewesen. „Diese Geschichte vergessen wir nicht. Sie ist das Fundament. Aber wir haben gemerkt: Dieser Ort kann mehr.“ Von April bis Oktober wird die Kapelle nun geöffnet für Konzerte und Ausstellungen, für ein Erzählcafé. Das Gelände um die Kapelle mit seinen hohen Bäumen soll ebenfalls genutzt werden. Die Kirchengemeinde hofft, dass sich möglichst viele Menschen mit ihren Ideen einbringen und den Raum mit Leben füllen.

Bei der offiziellen Einweihung bedankte sich Torsten Nolting-Bösemann herzlich beim Loxstedter Bürgermeister Detlef Wellbrock. Ohne die Unterstützung der Gemeinde, ohne deren Rückenwind in der lokalen Aktionsgruppe der LEADER-Region Wesermünde-Süd sei das Projekt nicht umzusetzen gewesen. Fast 100.000 Euro aus Brüssel sowie noch einmal 26.250 Euro von der politischen Gemeinde Loxstedt sind unter anderem in Dämmung, neue Sanitär- und Sozialräume und Elektrik geflossen. Auch die Kirchengemeinde hat sehr viel investiert: 106.000 Euro. Dass dies möglich war, verdankt sie Ingenieur Karl Meyer. Dieser ist seit mehr als 55 Jahren neben seiner Mutter in Loxstedt begraben und hat der Kirchengemeinde ein Legat für die Grab- und Friedhofspflege hinterlassen. Mit einer Schweigeminute wurde in der vollbesetzten Kapelle Karl Meyer gedacht.

Bürgermeister Wellbrock betonte, dass das Vorhaben im Rat volle Unterstützung gefunden hätte. Als „Ur-Loxstedter“ freue er sich, dass sich die Kirchengemeinde dieses Projektes angenommen hat. „Nun kann hier etwas Neues einziehen.“ Damit der Friedhof „ein Treffpunkt der Lebenden“ wird, müssten sich jedoch viele Menschen einbringen.

Die anschließende Feier rund um die Kapelle mit Kaffee, Kuchen und Musik vom Sim-Quartett aus Osnabrück lieferte einen Vorgeschmack auf das, was an diesem Ort in Zukunft möglich sein kann: bereichernde Gemeinschaft in einem besonderen Ambiente.

Zusatz: Wer sich mit seinen Ideen rund um die Themen „Kultur & Licht“, „Natur & Klima“ sowie „Biografie & Vielfalt“ beteiligen möchte, kann sich an Torsten Nolting-Bösemann unter 04744-2667 wenden.

Aus der Kapelle ist durch gemeinsame Bemühungen ein Schmuckstück geworden. Darüber freuen sich (von links) Bürgermeister Detlef Wellbrock, Pastor Torsten Nolting-Bösemann, Kirchenvorsteher Sascha Skebe sowie Superintendent Albrecht Preisler.

Ansprechpartner

Pastor Torsten Nolting-Bösemann
Kirchenstraße 5
27612 Loxstedt
Tel.: 04744 2667