Spätsommerlich geschmückte Stehtische vor dem Gemeindehaus, in dem letzte Absprachen zum Catering stattfinden. Menschen trudeln ein, mit dem Fahrrad, zu Fuß, mit dem Bus. Die St. Willehadi-Kirche in Wremen füllt sich. „Platzanweiserin“ Elke Vierling behält den Überblick, damit alles passt, wenn die Hauptperson mit vielen anderen Menschen zu Orgelklängen einzieht: Bruder Franziskus wird in diesem Gottesdienst von Regionalbischöfin Sabine Preuschoff zum Pastor ordiniert.
Seit September brennt wieder Licht im Wremer Pfarrhaus: Bruder Franziskus, der auf der anderen Weserseite in Gödens und Horsten die Ausbildung zum Pfarrverwalter absolviert hat, hat sich auf die vakante Pfarrstelle beworben und füllt diese seit vier Wochen aus. Und nun der besondere Start in einen neuen Arbeits- und Lebensabschnitt: Mit der Ordination wird Bruder Franziskus zum Pastor.
„Die Ordination ist ein besonderer Tag für einen Pastor mit einem enormen Anspruch“, sagt Sabine Preuschoff in ihrer Ansprache. Sie stellt die verschiedenen Stationen im Leben des 58-Jährigen vor, der vor allem in Bremerhaven und Wilhelmshaven aufgewachsen ist, berichtet von seinem Engagement für an AIDS Erkrankte, seinen prägenden, positiven Erfahrungen aus dem Kindergottesdienst in der Marienkirche in Bremerhaven-Geestemünde, seinen journalistischen Tätigkeiten. Stets sei er auf der Suche nach einer geistigen Gemeinschaft gewesen, sagt die Stader Regionalbischöfin. In Thüringen schließt er sich einem Benediktinerorden an, erhält den Namen Bruder Franziskus, den er bis heute trägt. 2010 gründet er mit rund 20 anderen Menschen in Berlin das ökumenische Rogate-Kloster Sankt Michael – ohne Gebäude, aber mit viel sozial-diakonischem Engagement.