Vorhang auf für das neue Leitbild des Ev.-luth. Kindertagesstättenverbandes Wesermünde: Im ehemaligen Kino „Apollo“ in Bremerhaven ging es am Mittwoch, 22. April, neben Werten, Menschlichkeit und Qualität auch um Puzzleteile, Playmobilfiguren und das Gespräch untereinander.
180 pädagogische Fachkräfte, die in den 14 Einrichtungen des Kita-Verbandes tätig sind, folgten der Einladung und nahmen an der detailliert vorbereiteten Fachtagung teil. „Im September des vergangenen Jahres wurde in einer Klausurtagung in Cuxhaven die Arbeit an einem Leitbild für unseren Verband angestoßen“, sagt die Vorsitzende, Pastorin Arnhild Bösemann. „Uns war wichtig: Dieses Leitbild soll nicht in Schubladen verstauben, sondern in den Einrichtungen mit Leben gefüllt werden.“ Mit viel Engagement und großem zeitlichen Einsatz arbeiteten in den Monaten danach die Leitungen und deren Stellvertretungen zusammen mit der Fachberatung, Manuela Olzog, daran, das Leitbild anschaulich zu formulieren und zu gestalten. „Die Erzieher*innen und Sozialpädagogische Assistent*innen lernen es erst auf dem heutigen Fachtag kennen“, sagt Manuela Olzog.
Nach einer Begrüßung durch den pädagogischen Leiter des Kita-Verbandes, Olaf Tietjen, stellt Dr. Dogara Manomi vom Evangelischen Bildungszentrum in Bad Bederkesa das Leitbild vor. „Das Team hat sehr toll gearbeitet“, lobt der Theologe. Er erläutert, das Leitbild sei die nach außen sichtbare Haltung. Unter dem Psalm-Wort: „Ich danke dir, dass ich so wunderbar geschaffen bin“ bestehe das Leitbild aus fünf Elementen: Unser Menschenbild, unser Auftrag, unser Miteinander, unsere Qualität und unser Netzwerk – grafisch als ein aus fünf Teilen zusammengesetztes buntes Puzzle gestaltet.
Was prägt das Leitbild? „Das Verb ,begleiten‘ kommt am häufigsten vor“, hat Manomi ermittelt. Dies unterstreiche die pädagogische Haltung. „Hier geht es um Begleiten statt Anleiten, um Unterstützen statt Steuern, hier steht die Beziehung vor der Struktur und die Entwicklung vor dem Ergebnis.“ Offen und respektvoll gegenüber anderen Religionen und Kulturen, aber christlich geprägt sei das neue Leitbild, so Manomi. „Was bedeutet es für Kitas, evangelisch zu sein? Es bedeutet, dass sie ein Ort sind, wo Menschen die frohe Botschaft von Jesus Christus erleben.“
In einem „Erlebniscafé“ erarbeiteten die Erzieher*innen im Anschluss die einzelnen fünf Elemente, hielten ihre Anregungen fest, diskutierten und kamen auch immer wieder untereinander ins Gespräch über ihren persönlichen Arbeitsalltag. „Genau das wollten wir fördern, genauso hatten wir uns das erhofft“, freut sich Manuela Olzog, dass der Plan des Vorbereitungsteams aufgegangen ist.
In Zukunft soll das Leitbild auch Thema bei den Willkommenstagen für neue Mitarbeitende sein. „Es darf aber auch gerne in den Kitas aushängen“, sagt Arnhild Bösemann – als nach außen sichtbare Haltung: bunt, verbindend und klar formuliert.