Wenn die Steine erzählen könnte

Nachricht 12. September 2022

Vortragsreihe über Bexhövedes spannende Geschichte

Vom unscheinbaren Dörfchen Bexhövede aus wurde einst Bremen und die ganze Region beherrscht. Von hier brachen auch die Missionare nach Osteuropa aus: So wurde Bexhövede zum Ursprungsort der ganzen deutsch-baltischen Geschichte. Albert von Buxthoeven (=Bexhoevede) gründete im 12. Jahrhundert Riga, die heutige Hauptstadt Lettlands. Zu einem Blick in die Geschichte Bexhövedes lädt die Kirchengemeinde mit einer besonderen Veranstaltungsreihe ein.

Im Rahmen seiner Ausbildung zum Pastor wird Vikar Dr. Jan Reitzner (auf dem Foto mit Pastorin Lara Schilde) an drei Abenden durch die bewegte Geschichte Bexhövedes führen. Er wurde selbst in Kirchengeschichte an der Göttinger Universität promoviert und ist stellvertretendes Mitglied der EKD-Synode. „Als ich von der Kirche die Mitteilung bekam, dass ich zum Vikariat nach Bexhövede gehe, war mir der Ort sofort bekannt. Schließlich kam Albert von Buxthoeven auch in meiner Doktorarbeit vor!“, erzählt Vikar Reitzner. Am ersten Abend wird es dann auch um diesen bedeutenden Mann gehen, der einer der mächtigsten Kirchenmänner des 12. Jahrhundert überhaupt war. Angefangen bei Karl dem Großen, der das Gebiet zwischen Lune und Rohr dem Sachsenfürsten Seidekind zuspricht, bis hin zum Guß der Marienglocken kurz vor Beginn des Reformationszeitalters führt die weitere Reise. Die Glocke kann noch heute bewundert werden und zeigt wunderschöne Abbildungen von Georg, dem Drachentöter und einer gekrönten Maria mit Kind.

Am zweiten Abend wird es zu Anfang um die Reformation gehen. Hinrich Tecklenborch war der erste lutherische Prediger in Bexhövede. Er trat seine Stelle allerdings erst um 1580 an: Damit waren etwa die Loxstedter um einiges früher evangelisch! Aber vielleicht zeigt sich hier auch die typisch niedersächsische Gelassenheit: Den alten Priester wollte man wohl nicht davonjagen… Danach geht es um allerlei Anekdoten, etwa zur Einführung des Klingelbeutels bis hin zu den Ereignissen des Ersten Weltkriegs. Berühmt aus dieser Zeit ist vor allem das „Nückeler Duell“: Ein Marineoffizier hatte einen anderen Offizier beim Ehebruch erwischt – und die tragische Geschichte endete für einen der beiden tödlich.

Am dritten und letzten Abend wird dann das Gespräch mit Zeitzeugen gesucht. Die letzten hundert Jahre ist Bexhövede rasant gewachsen. Viele der großen alten Höfe sind nunmehr Resthöfe. Dafür haben sich nach 1945 viele Vertriebene hier angesiedelt und in verschiedenen Phasen wurden immer mehr Neubaugebiete ausgewiesen. Wie ist Bexhövede zu dem geworden, was es heute ist? Die Treffen finden am 20.09. / 27.09. und 04.10. im Gemeindehaus statt. Sie beginnen um 16 Uhr und dauern jeweils eine Stunde. 

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