Weizen (© Adriel Kloppenburg, CC0, die Originaldatei ist hier zu finden.)

Innehalten

Überraschende Nachrichten

Nachrichten: Ein Teil informativ, ein Teil überfordert das Aufnahmevermögen. Terror, Leid, Rüpel, die sich anschreien. Habe das Radio wiederentdeckt. Den nüchternen Piepton, kurze Nachrichten. Radio aus. Blick aus dem Fenster. Einfach so schauen, einen Moment. Was war gestern? Frühlingsanfang. Am Abend im Scheinwerferlicht des Autos auf dem Weg am Waldrand eine Häsin mit einem kleineren Hasen. Jetzt schon? Am Vormittag im Wald taumeln Zitronenfalter in der Sonne. Jetzt schon? In der Küche: Ameisen! Das geht aber zu weit. Ja, sie gehen weit, unterirdisch leben sie in einer großen verzweigten Stadt, zeigen sich - jedes Jahr, einen Tag und verschwinden dann wieder. Merkwürdig. Ein Spatz inspiziert einen Nistkasten und wird von einer Meise angeflogen, die auch einen Anspruch anmeldet. Kleine pralle Knospen am Haselnussstrauch. Das tut gut. Endlich überraschende Nachrichten. Die Vögel geben ein Konzert, die Ameisen schreiben unlesbare Worte und verschwinden wieder. Obwohl jeder weiß, jetzt ist Frühlingsanfang, können uns diese Phänomene immer wieder überraschen, überwältigen und - wieder ins Gleichgewicht bringen. Das sind andere Nachrichten, aus dieser und aus einer geistigen Welt. Da sind wir nur vorübergehend und ein kleiner Teil des Geheimnisses. Wir dürfen wachsen, selbst wenn wir sterben. Ein Bibelwort aus dieser 4. Woche in der Passionszeit sagt: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. (Johannes 12, 24).

Inge Brickwedel,
Pastorin für die ev.-luth. Kirchengemeinden Bad Bederkesa und Flögeln

 

Pastorin Inge Brickwedel

Tel.: 04745 7059

Flögelinger Str. 35
27624 Geestland [Flögeln]