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Liebe Leserinnen und liebe Leser,

Der richtige Halt

Schwimmbäder erinnern mich immer an den Schwimmunterricht in der Schule – und das weckt nicht nur gute Erinnerungen. Besonders unwohl war mir immer beim Wettschwimmen, denn immer waren alle anderen schneller. Was ich damals noch nicht wusste: Wichtig ist, wie man startet. Denn der Sprung ist ja nicht nur der schnellste Weg ins Wasser, sondern auch entscheidend dafür, ob man schnell in die richtige Richtung kommt. Einfach reinfallen lassen bringt nichts, man muss schon mit dem Kopf zuerst. Wenn man mit einem Kopfsprung ins Wasser springt, braucht man vorher aber einen festen Stand, sonst geht das schief. Wenn man abrutscht und einfach nur so ins Wasser fällt, dann ist es schwerer in die richtige Richtung zu schwimmen. Einfacher und auch sicherer ist es, wenn man erst fest steht und sich richtig abstoßen kann. Dann kommt man auch schneller in der richtigen Richtung voran.
In unserem Leben brauchen wir oft solche festen Punkte, an denen wir sicher stehen können und nicht wackeln oder abrutschen. Feste Punkte von denen wir den Schwung bekommen, gut in der richtigen Richtung voranzukommen.
Menschen können uns solche Starthilfen sein. Menschen, auf die wir uns fest verlassen können. Denen wir uns ganz anvertrauen können, weil wir wissen, dass sie uns nicht fallen lassen. Menschen, von denen wir wissen, dass sie uns stützen.
„Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.“ Das sagt ein Mensch von Gott. Er hat erfahren, dass er bei Gott sicheren und festen Halt hat, dass er Tag und Nacht bei Gott fest und sicher steht. Dieser Mensch spricht davon, dass er Gott zutraut, dass der ihn im Leben hält.
Das bedeutet keine Einengung, denn Gott hält nicht fest, sondern er gibt Halt. So wie ein Schwimmer nicht festgehalten werden will, sondern einen festen Grund braucht um richtig zu starten. Gott gibt uns Freiheit – und er gibt uns den Halt, den wir brauchen, um richtig voranzukommen.

Jan-Matthias Flake,
Pastor in Bramstedt